Alfonsos Zeitreise

Ein Zeitreise-Bericht der Klassen A25 1/2 der Integrierten Gesamtschule Halle Am Steintor vom 12. bis 13. Oktober 2022

Deutschland im Jahr 2045

Es ist Montag, der 13. Dezember 2045. Die letzten Jahre waren für die Bevölkerung besonders hart. Eine Partei mit der Abkürzung HP war lange an der Macht und ist für viele aktuelle Missstände verantwortlich. Für einen Teil der Menschen steht das HP deshalb für Horror-Partei, für Andere dagegen bedeutet die Abkürzung Hoffnungs-Partei. Wie kann das sein?

Doch im Jahr 2045 finden endlich wieder Wahlen statt. Die SPD will nach 15 Jahren Horror- (oder Hoffnungs-)Politik endlich wieder an der Macht. Ihr Versprechen: Alles wird besser!

Kann die SPD mit ihrem erneuten Kandidaten Olaf Scholz halten, was sie verspricht? Wie sieht die Situation auf den Straßen wirklich aus? Um das herauszufinden, begleiten wir den Zeitreisenden Schüler Alfonso auf seinem Ausflug in das Jahr 2045.



Eine Szene, die sich im Jahre 2045 zugetragen hat…

1. Akt: Auf ins Jahr 2045

 Handelnde Personen:  

  • Alfonso – Schüler/Zeitreisender  
  • Lehrerin aus dem Jahr 2045  

Alfonso hechtet in den Flur und joggt zu seinem Klassenraum. Er klopft an die Tür.

Alfonso (stürmt in den Raum und atmet schwer): Entschuldigung, dass ich zu spät… (er schaut sich verwundert um).

Der gesamte Klassenraum sieht anders aus. Auch seine Mitschüler:innen sind nicht mehr die Gleichen. Alfonso stockt und steht sprachlos an der Tür. So hatte er sich bisher immer Schule in der Zukunft vorgestellt.

Alfonso (erstaunt): Wer seid ihr denn? Was macht ihr hier? Welches Jahr haben wir überhaupt?

Lehrerin (lächelt Alfonso an): Wir haben das Jahr 2045.

Alfonso ist so verwirrt von der Situation, dass er das Klassenzimmer sofort verlässt. Er braucht frische Luft. Draußen bemerkt er von weiter weg den Lärm einer größeren Menschenmenge und geht neugierig darauf zu. Schon von Weitem bemerkt er, dass es sich um einen Wahlkampfauftritt handelt.


2. Akt: Wahlkampfauftritt von Präsidentschaftskandidat Scholz in einem Armenviertel

 Handelnde Personen:  

  • Scholz – Präsidentschaftskandidat  
  • Alfonso – Zeitreisender/Schüler  
  • Ältere Frau – Arm  

Präsidentschaftskandidat Scholz steht auf einer Bühne und spricht zu einer kleineren Menge von ärmeren Menschen. Er tritt dabei pompös und wohlwollend zugleich auf.

Scholz (väterlich): Nach dieser Schreckensherrschaft der HP wollen wir uns dafür einsetzen, dass die Steuern gesenkt werden und die Steuern der Reichen erhöht. Wir wollen einen Ausgleich schaffen. Ich stehe hier für mehr staatliche Fördergelder, die dem Ausbau von Infrastruktur in den weniger wohlhabenden Vierteln zugutekommen sollen.

Die Menge jubelt Scholz zu. Präsidentschaftskandidat Scholz strahlt wohlwollend auf sein Publikum hinab. Nach viel Applaus und Jubelrufen kehren die Menschen langsam der Bühne den Rücken zu und verlassen den Platz. Das irritiert Alfonso. Er hätte mehr Inhalt in dieser Rede erwartet. Er spricht eine ältere Frau an, die sich langsam mit ihrem Rollator entfernt.

Alfonso (freundlich): Warten Sie doch mal, warum gehen Sie jetzt?

Ältere Frau (zuckt mit den Schultern): Ich hab alles gehört, was ich wissen muss. Scholz ist wirklich ein guter Mann, wie damals. (lächelt)

Die Dame lässt Alfonso stehen und setzt ihren Weg fort. Doch diese Aussage reicht Alfonso nicht. Er folgt dem Team von Präsidentschaftskandidat Scholz und erreicht gerade noch rechtzeitig seinen nächsten Öffentlichkeitstermin, diesmal in einem deutlich wohlhabenderen Viertel.


3. Akt: Wahlkampfauftritt des Präsidentschaftskandidaten im Viertel der reichen Menschen

 Handelnde Personen:  

  • Alfonso – Zeitreisender/Schüler  
  • Scholz – Präsidentschaftskandidat  
  • Junge Frau – Wohlhabend  

Auch hier steht Scholz auf einer Bühne. Diese ist niedriger und näher am Publikum als zuvor. Das Publikum besteht aus Menschen mit teuren Uhren und Smartphones, hier und da sieht man einen Pelzmantel. Alfonso stellt sich neugierig dazu.

Scholz (laut und deutlich): Ich möchte mich dafür einsetzen, dass wir noch reicher werden!

Spontaner Jubel aus dem Publikum brandet auf. Vereinzelte Rufe wie „Klasse!“ oder „Ja, weiter so!“ sind zu hören.

Scholz (winkt väterlich ab): Wenn nicht sogar doppelt so reich! Die Steuern sollen so bleiben wie sie sind!

Wieder brandet Applaus auf. Alfonso ist einigermaßen irritiert. Er dreht sich zu einer Frau um, um sich zu erkundigen, was sie von der Rede hält.

Alfonso (tippt die Frau an und setzt zum Sprechen an): Was halten Sie von der…

Weiter kommt er nicht, denn die Frau wendet sich naserümpfend von ihm ab, nachdem sie Alfonso eindringlich gemustert hat.

Alfonso ist nun noch irritierter und denkt bei sich, wie abgehoben dieses Publikum doch zu sein scheint.

In diesem Moment spürt er, wie ein mächtiger Sog ihn erfasst und nach einer kurzen Ohnmacht landet er wieder im Flur vor seinem Klassenzimmer. Nachdem er das Klassenzimmer betritt, stellt er fest, dass alles wieder so aussieht wie im Jahr 2022. Auch seine Mitschüler:innen sind die alten.

Alfonso (denkt bei sich): Was für eine seltsame Erfahrung! Und dann diese Zukunft! Die Spannung zwischen Arm und Reich ist so groß, und die Leute haben dennoch Vertrauen darin, dass es besser werden kann. Vertrauen in Politiker:innen wie Scholz. Wie kann es aber sein, dass er allen alles verspricht? Das kann doch gar nicht klappen…

Wird unsere politische Zukunft tatsächlich so aussehen? Was kann ein Mensch wie Alfonso daran ändern, dass es vielleicht nicht so wird?