Die Langeweilewelt

Zeitreise-Bericht der Klasse 9e an den CJD Christophorusschulen Droyßig vom 4. bis 5. Oktober 2021

Deutschland im Jahr 2040

Wir sind in der Stadt Berlin. Auf den Straßen sieht man unzählige Roboter, wie in den Gebäuden auch. Die Menschen arbeiten nicht mehr, denn alle Tätigkeiten übernehmen die Roboter. Es gibt für die verschiedensten Aufgaben spezielle Roboter, z.B. fürs Aufräumen und Putzen den Saugroboter Robi Z15, für die Essenszubereitung den Kochroboter Robi Z11 und für die Steuerung der Stadttaxis den Robi Z21 usw. Wie sich die Bezeichnungen genau zusammensetzen, lässt sich leider nicht in Erfahrung bringen.

Die Menschen verdienen, da sie keinerlei Arbeit nachgehen, kein Geld. Stattdessen bekommen sie vom Staat ein sogenanntes „Lebenseinkommen“, das sie aber kaum brauchen, weil die Roboter ohnehin das meiste übernehmen. So können sie sich sogar selbst reparieren. Die Kinder und Jugendlichen gehen nicht mehr in die Schule. Sie sitzen zu Hause und machen Unterricht mit einer VR-Brille.

Dieser weitgehende Mangel an Aufgaben, ja die fehlende Möglichkeit etwas auszugeben oder gar sich zu verausgaben, führt bei den Menschen zu Langeweile und zunehmend zur Unzufriedenheit, die sich auch in ständigen Beschimpfungen gegenüber den Robotern äußert. Dieser Unmut wächst noch, da die Roboter bei der Ausführung ihrer Arbeiten viele Defizite zeigen. So liefern sie nicht selten ungenaue, ja fehlerhafte Arbeitsergebnisse und neigen dazu, ihre „Herren“ aufgrund von vorprogrammierten und allzu gut gemeinten Algorithmen zu bevormunden, wenn etwa ein Kochroboter nur gesundes Essen statt dem gewünschten Fastfood auftischt. Zu allem Überfluss wird jeder Mensch auf Schritt und Tritt von einem Roboter des Typs 1 als ständigem Begleiter verfolgt. Es ist deshalb kaum verwunderlich, dass sich viele Menschen aus der Gegenwart der Roboter befreien möchten und ihr Glück in einem ungesunden Lebenswandel wie dem gesteigerten Alkoholkonsum suchen.



Eine Szene, die sich im Jahre 2040 zugetragen hat…

1. Akt: Auf einem Hochhausdach

 Handelnde Personen:  

  • Erzähler  
  • Harald – genannt „Der Dicke“  
  • Robi Z1 – Ständiger Begleiter  

Erzähler: Wir schreiben das Jahr 2040. Sie sehen einen etwa dreißigjährigen, dicken Mann, der angetrunken auf dem Dach seines Hochhauses liegt. Ein Roboter des Typs Z1 ist immer an seiner Seite.

Der Dicke (lallend): Äh, mir ist voll langweilig! (zum Roboter) Bring mal was zu trinken und zu essen!

Robi Z1 (wie aus der Pistole): Sofort!

Der Roboter bringt nach einiger Zeit ein Glas Wasser aus dem Haus. Als er es dem Dicken reicht, verschüttet er die Hälfte.

Der Dicke (wütend): Bist du bescheuert? Du kannst das doch nicht auf mich schütten! Und nur Wasser, was soll ich mit so ’nem Dreck?

Z1 (nüchtern): Entschuldigung!

Der Dicke (lautstark): Bring mir was Ordentliches! Und sofort! Seh ich etwa aus wie ’ne Ziege, die den ganzen Tag auf der Wiese steht?

Z1: Jawohl!

Der Roboter verschwindet wieder im Hochhaus


2. Akt: In der Wohnung eines Jugendlichen

 Handelnde Personen:  

  • Erzähler  
  • Bibo – ein Jugendlicher  
  • Robi Z1 – Ständiger Begleiter  
  • Robi Z11 – Kochroboter  
  • Robi Z12 – Getränkeroboter  
  • Robi Z15 – Saugroboter  
  • Robi Z16 – Wischroboter  

Erzähler: Wie befinden uns nun in einer Wohnung des Hochhauses, in der ein 17jähriger Jugendlicher namens Bibo auf seinem Sofa herumlungert, nachdem er gelangweilt seinen mit einer VR-Brille durchgeführten Unterricht beendet hat.

Jugendlicher (missmutig): Oh das war scheiß langweilig! What the fuck…

Robi Z1, der ständige Begleiter des Jugendlichen, umkreist ihn die ganze Zeit.

Der Jugendliche (abfällig): Mann, ich kann dich nicht mehr sehen! (schreiend in Richtung Küche) Z11, ich hab einen Riesenhunger! Bring mir was! (nach 5 Sekunden) Komm, mach schneller!

Robi Z11, der Kochroboter, bringt ein Schüsselchen mit Salat.

Jugendlicher (genervt): Was ist das?

Z11: Gesund, gesund!

Jugendlicher (mit Nachdruck): Was ist das?

Er schickt den Kochroboter zurück in die Küche und schreit in Richtung des Getränkeroboters.

Jugendlicher: Und du, Z12, bring was zu trinken!

Robi Z12 ist im Begriff, ein Glas Wasser zu bringen.

Jugendlicher: Du, bleib stehen! Was ist das?

Z12: Wasser.

Jugendlicher: Was?

Z12 (unbeirrt): Wasser.

Jugendlicher: Nimm’s wieder mit, ich brauch das nicht! Ich will Cola!

Er scheucht den Roboter ebenfalls zurück in die Küche. Im gleichen Moment fährt ihm Robi Z15, der Saugroboter, über die Füße.

Jugendlicher (erbost): Und was machst du denn? Du Dumm… Digga, was ist denn das?

Zu allem Überfluss spült nun auch noch Z16, der Wischroboter, den Boden. Fluchend und mit nassen Füßen flieht der Jugendliche aus seiner Wohnung, gefolgt von Z1, seinem ständigen Begleiter.


3. Akt: In der Wohnung des Dicken

 Handelnde Personen:  

  • Erzähler  
  • Harald – „Der Dicke“  
  • Bibo – ein Jugendlicher  
  • Robi Z1-1 – Ständiger Begleiter   
    des Dicken  
  • Robi Z1-2 – Ständiger Begleiter   
    des Jugendlichen  
  • Robi Z19 – Frisierroboter  
  • Robi Z15 – Saugroboter  

Erzähler: Der Jugendliche stürmt, ohne Z1, seinen ständigen Begleiter abschütteln zu können, in die Wohnung des mit ihm befreundeten Dicken. Dieser lässt sich im Wohnzimmer unter den wachsamen Augen seines ständigen Begleiters von einem Frisierroboter des Typs Z19 die Haare schneiden.

Der Dicke (zum eintretenden Jugendlichen): Hey, wie siehst du denn aus?

Jugendlicher: Ach hör bloß auf!

Der Jugendliche lässt sich müde auf dem Sofa des Dicken nieder, um diesem sein Leid mit den Robotern zu klagen. Sein ständiger Begleiter nimmt neben ihm Platz.

Der Dicke (kaum Notiz vom Jugendlichen nehmend und herrisch zum Frisierroboter): Mach das bloß ordentlich!

Jugendlicher: Also diese Roboter…

Der Dicke (zunehmend genervt zum Frisierroboter): Du, zum letzten Mal, mach das ordentlich!

Robi Z19: Jawohl!

Der Dicke (zum Roboter): Ich merk schon wieder, dass du nicht bei der Sache bist.

Nach Abschluss der Frisur lässt sich der Dicke gleichfalls aufs Sofa fallen, endlich auf die Klage des Jugendlichen eingehend. Derweil übernimmt Robi Z15, ein Saugroboter, die Beseitigung der abgeschnittenen Haare.

Jugendlicher: Also eigentlich wollt ich nur was Vernünftiges essen und trinken. Und dann diese Robo…

Der Dicke (den Jugendlichen unterbrechend und aggressiv zum Saugroboter): Hey, was putzt du den Stuhl mit der flachen Hand?

Robi Z15 (anscheinend verängstigt): Piep, piep!

Jugendlicher (zum Dicken): Also ich werd mal losmachen und mir einen Döner holen. Soll ich dir einen mitbringen?

Dicker: Ja, bring mir einen mit! (sich durch die neue Kurzhaarfrisur fahrend) Nee warte mal! (schreiend zum Saugroboter) Hey du da, du machst eh gerade nur Mist! Geh du in die Dönerbude und bringt uns Döner und Cola! (und noch lauter zu seinem ständigen Begleiter) Und du, geh mit und komm am besten nicht wieder!

Die beiden Roboter verlassen unter dem Gelächter der beiden Kumpel die Wohnung.


Lektorat: sb