Kommunismus 3.0

Zeitreise-Bericht der Gruppe 2 am Burgenland-Gymnasium Laucha vom 16. bis 17. September 2021

Deutschland im Jahr 2040

Der 3. Weltkrieg ist seit zwei Jahren vorbei. Alles fing im Jahr 2027 an, als die russische Rakete „Sputin V“ mit einem neuentdeckten, mutierten Virus an Bord in den USA abgestürzt ist. Dieses Virus rottete den ganzen amerikanischen Kontinent innerhalb von zwei Wochen aus. Es überlebten nur die Menschen in Europa, Asien und Afrika.

Russland witterte die Chance, nun zum Alleinherrscher über die Welt zu werden, und rüstete militärisch massiv auf, bis 2032 der 3. Weltkrieg ausbrach. Dieser war kein Atomkrieg, sondern einer, der Mann gegen Mann ausgefochten wurde. 2038 hatte die russische Armee Europa, Asien und Afrika komplett erobert und seither ist die Regierung Sputins die alleinige und über die gesamte Welt herrschende Macht. Australien dient nur noch als Gefängnisinsel und in Afrika wurden riesige Arbeitslager zum Abbau von Rohstoffen errichtet. Durch Auslöschung der anderen Industriemächte wurde zudem der Klimawandel gestoppt.

In Deutschland ist die Wehrpflicht wieder eingeführt worden. Männer und Frauen müssen ab dem Alter von 18 Jahren für mindestens drei Jahre dem Militär dienen. Die Ideologie eines neuen Kommunismus verbietet Statussymbole wie etwa individuelle und insbesondere Markenkleidung auf Arbeit und in den Schulen. Eine soziale Grundsicherung ermöglicht allen Bürgern ein einfaches Leben. Existenzielle Bedürfnisse sind dadurch zwar gesichert, in vielen Bereichen besteht aber zugleich eine Mangelversorgung.

Das Volk ist zudem unglücklich, da durch die starke Inlandssicherheit Aufstände niedergeschlagen und alle Andersdenkenden unterdrückt werden. Um Revolten zu verhindern, bekommen die Schulkinder Unterricht nur in kommunistischer Geschichte.



Eine Szene, die sich im Jahre 2040 zugetragen hat…

1. Akt: In einer Rakete

 Handelnde Personen:  

  • Tagesschausprecher  
  • Raumschiffkommandant  
  • drei Crew-Mitglieder  

Es kommen die Nachrichten.

Tagesschausprecher: Guten Abend, meine Damen und Herren! Ich begrüße Sie recht herzlich zur heutigen Tagesschau. Heute vor 13 Jahren war das tragischste Ereignis des letzten Jahrhunderts. Die Rakete „Sputin V“, welche erst kürzlich eine Mars-Mission absolviert hat, ist in das Weiße Haus in den USA gestürzt und hat ein schreckliches Virus freigelassen. Jetzt sehen Sie, was sich in dem Raumschiff abspielte.

Kommandant: Maxim, kannst du mal die Klimaanlage ein bisschen hochfahren?

Crew-Mitglied 1: Die ist schon seit drei Stunden kaputt, Käpten!

Kommandant: Kann das jemand von uns reparieren?

Crew-Mitglied 2: Aye, aye, Käpten!

Kommandant: Hier, Männer, diese Proben! Dafür hat es sich gelohnt, dass wir 72 Wochen da oben (auf dem Mars) waren.

Crew-Mitglied 1: Ich freue mich schon wieder auf die Erde!

Crew-Mitglied 2: Was macht ihr, wenn wir wieder da unten sind?

Crew-Mitglied 3: Ich werde erst mal meine Familie besuchen. Das wird herrlich, ich freue mich schon.

Crew-Mitglied 1: Sehr gut! Ich glaube, als Erstes werden unsere Bars wieder unsicher gemacht.

Kommandant: Oh, wir kommen vom Kurs nach Russland ab! Wir sind über den USA – wir stürzen ab!

Alle Crew-Mitglieder (schreiend): Nein, nein!

In den Nachrichten sieht man nur noch das brennende Weiße Haus, in welches das Raumschiff gestürzt ist.


2. Akt: In einem Arbeitslager

 Handelnde Personen:  

  • Lagerchef  
  • drei Lagerarbeiter  

Wir befinden uns in einem afrikanischen Arbeitslager am frühen Morgen. Der Lager-Chef teilt den Schlange stehenden Arbeitern ihren Einsatzort zu und händigt ihnen marodes Werkzeug aus.

Lagerchef: Der Nächste! Hier (händigt eine alte Schaufel aus), Mine 3!

1. Arbeiter: Jawohl!

Lagerchef: Der Nächste! Hier (händigt eine wackelige Spitzhacke aus), Mine 4!

2. Arbeiter (verärgert): Was soll das denn?!

Lagerchef (grob): Ach, geh arbeiten!

2. Arbeiter: So ein Dreck, Mann!

3. Arbeiter (versucht den 2. zu beruhigen): Nimm besser die Hacke, sonst gibt’s noch Ärger!

Der Lagerchef schlägt den 2. Arbeiter mit einem Stock auf den Rücken und treibt ihn zur Arbeit. Daraufhin teilt er noch ein Dutzend weitere Arbeiter ein. In einer Diamantenmine überwacht er schließlich die Arbeiten. Er trägt Kopfhörer und schwingt zum Takt einer rhythmischen Musik seinen Schlagstock, um die Arbeitsschritte zu dirigieren und immer wieder auf einzelne Arbeiter einzuschlagen.

3. Arbeiter (wird geschlagen): Au, ich hab Kinder!

2. Arbeiter (ruft erschöpft zum Aufseher): Hallo, wann ist denn endlich Pause? Hören Sie uns nicht? Hallo!

Der Lagerchef ist so in seine Kopfhörermusik vertieft, dass er das Rufen nicht wahrnimmt. Der Arbeiter zieht ihm den Kopfhörer vom Ohr.

2. Arbeiter: So, hören Sie uns jetzt?

Lagerchef (verdutzt): Was?

2. Arbeiter: Wann haben wir endlich Pause?

Lagerchef (abwehrend): Nie!

Er hört genüsslich weiter seine Musik, während die Arbeiter weiterschuften.


3. Akt: In der Schule

 Handelnde Personen:  

  • Lehrer  
  • fünf Schüler  

Der neue Sozialkundelehrer kommt in die Klasse.

Lehrer: Guten Morgen, Schüler!

Alle Schüler: Guten Morgen, Herr Lehrer!

Lehrer: Mein Name ist Herr Peter.

Ein Schüler schläft und schnarcht auf der Schulbank. Er wird von seinem Nachbarn geweckt und gewarnt.

2. Schüler: Pass auf, du kriegst Schläge!

1. Schüler (verschlafen): Was, Schläge?

Lehrer: Das schreibt man P-e-t-e-r, wie man’s spricht.

Alle Schüler: Hallo, Herr Peter!

Lehrer: Ihr hattet doch Hausaufgaben auf, oder?

3. Schüler: Ja, wir hatten Hausaufgaben auf.

Lehrer (zum 1. Schüler): Was waren die Hausaufgaben?

1. Schüler: Äh, ich hab sie nicht gemacht.

2. Schüler (flüsternd): Ich auch nicht.

Lehrer (zum 3. Schüler): Lies du die Hausaufgabe vor!

3. Schüler: „Der Kommunismus ist die dem Sozialismus folgende Entwicklungsstufe, in der alle Produktionsmittel und Erzeugnisse in das gemeinsame Eigentum der Staatsbürger übergehen…“

Lehrer: Lehrer, sehr schön! Eins plus!

1. Schüler (immer noch schläfrig): Boa, es ist so hell!

Der Lehrer schreibt mehrere Sätze an die Tafel, die zu korrigieren sind. Es bittet den 1. Schüler nach vorn.

1. Schüler: Muss ich wirklich?

Lehrer: Ja!

1. Schüler: Ok! (liest den ersten Satz an der Tafel vor) „Ich gehe in meine Schul.“ Da fehlt ein -e, nach Schule. (fügt ein -e hinzu) Jetzt müsste es richtig sein!

Lehrer: Nein!

2. Schüler (sagt leise vor): Das heißt: „Wir gehen in unsere…“

Lehrer (unterbricht und schlägt den Schüler mit einem Zeigestock): Nicht vorsagen!

2. Schüler: Au! Ist das überhaupt erlaubt?

1. Schüler (schreibt mit Zuversicht): „Wir gehen in unsere Schule.“

Lehrer: Ja, das ist ein kommunistischer Satz! Und jetzt gehen wir in unsre Pause.


Redaktion: sb