Das Schwarze Loch

Zeitreise-Bericht der Gruppe 2 am Burgenland-Gymnasium Laucha vom 16. bis 17. September 2021

Deutschland im Jahr 2040

In der Bevölkerung gibt es ein großes Wohlstandgefälle. Die Reichen und die Armen leben in getrennten Welten. Die Armen wohnen auf der Erdoberfläche, die durch Naturkatastrophen und den Klimawandel nahezu unbewohnbar geworden ist. Das ist für sie eine unzumutbare Situation. Die Reichen hingegen leben unter der Erdoberfläche in Luxusbunkern, die mit der fortschrittlichsten Technik und allen Annehmlichkeiten ausgestattet sind.

Künstliche Intelligenz bestimmt durch verschiedene Checks, wer sich von den Bürgern als Wähler oder Mitglied welcher Partei eignet. Täglich tagen die Parteien in einem gemeinsamen Rat unter Tage. Zum einen gibt es die Unterweltspartei (UWP), welche die Reichen in der Unterwelt vertritt. Zum anderen besteht die Oberreichspartei (ORP), welche sich für die Armen in der Oberwelt einsetzt. Ferner existiert eine Tierschutzpartei (TSP) zum Wohle der Tiere an der Erdoberfläche, die dort nicht weniger als die Menschen leiden. Lediglich unter der Erdoberfläche leben verschiedene Tiere unter besseren Bedingungen in einer Art Zoo zur Belustigung der Reichen. Nicht zuletzt hat eine Vereinigung von Robotern und Computern die Künstliche-Intelligenz-Partei (KIP) gegründet. Deren einziges Ziel ist die Weiterentwicklung und absolute Ausbreitung der Künstlichen Intelligenz auf dem Planeten. Dabei ist ihr das Wohl von Mensch und Tier vollkommen gleichgültig.

Die Missstände der Armen auf der Erdoberfläche führen zu dem Gefühl, wie Abfall behandelt zu werden, und letztlich zu großen Aufständen. Jeden Tag versuchen Massen von Menschen, die gut gesicherten Eingänge in die Unterwelt zu stürmen. Ohne Erfolg! Es entstehen Massenpaniken mit zahlreichen Opfern.



Eine Szene, die sich im Jahre 2040 zugetragen hat…

1. Akt: In der Oberwelt

 Handelnde Personen:  

  • Jackson  
  • Josef  
  • Marie  
  • eine Leiche  

Drei Bewohner der Armenwelt an der Erdoberfläche stoßen beim Spazieren auf eine Leiche, offensichtlich ein Opfer der jüngsten Naturkatastrophe. Sie stehen um den toten Körper und unterhalten sich.

Jackson (wütend): Oh, ich bin es leid, hier draußen zu leben. Dort hinten weht schon wieder der nächste Tornado! Schon der gestern hat so viele von uns einfach mitgerissen.

Josef (traurig): Wie unseren Bruder hier! (zeigt auf die Leiche)

Jackson: Es ist einfach schrecklich hier oben!

Josef: Ja, so möchte ich nicht mehr leben!

Jackson: Aber wo können wir hin, was sollen wir tun?

Josef: Ich hab mal gehört, weit da hinten gibt es so ein mysteriöses Gebiet, wo man in die Welt der Reichen gelangen kann.

Jackson: Ja, das habe ich auch gehört! Mein Großvater erzählte mir damals schon davon. Es gibt Bunker unter der Erde, in denen die wenigen reichen Menschen leben, weit entfernt von all diesen Gefahren hier oben. Doch wenn man in einen der Eingänge zur Unterwelt eindringen will, fällt man in ein riesiges Schwarzes Loch. – Aber kann so was möglich sein? Ist diese Geschichte wahr?

Josef: Ich bin mir nicht sicher. Ich denke, vielleicht sollte man dem nachgehen.

Marie: Womöglich sind das nur Gerüchte zur Abschreckung, so dass man einfach nicht hingeht.

Jackson: Das müssen wir unbedingt herausfinden! Seid ihr auch der Meinung?

Marie und Josef: Ja, auf jeden Fall!

Jackson: Na dann los!

Die drei machen sich auf den Weg in das besagte Gebiet mit den erhofften Eingängen in die Unterwelt.


2. Akt: In der Unterwelt

 Handelnde Personen:  

  • Enkelin Tiffany  
  • Großmutter Tanja  
  • Großvater Torben  
  • Passantin  
  • Kellnerroboter  

Zur gleichen Zeit hat Tiffany, ein Teenager aus einer reichen Familie, in ihrem Wohnbunker in der Unterwelt Besuch von den Großeltern

Tiffany: Oma, hast du schon von der neuen VR-Technik gehört, die nächste Woche auf den Markt kommt? Die soll ja richtig genial sein!

Großmutter: Ja, Kindchen! Und es wird auch eine neue Hologrammtechnik geben, mir der unsere Häuser ausgestattet werden, um uns in eine Art Fenster die Natur zu projizieren.

Tiffany: Mega!

Großvater: Los, Tanja! Los, Tiffany! Wir gehen ins Café!

Die drei machen sich auf ins „Café Sonnenschein“, das sich in einem unterirdischen Bunker in der Nachbarschaft befindet.

Großmutter: Ach wie schön, Zeit mit den Enkeln zu verbringen!

Tiffany (etwas genervt): Das find ich nicht! Ihr Oldies könntet doch mal ’n bisschen schneller laufen.

Der Großvater verliert in einem der Gänge zwischen den Bunkern die Orientierung und fragt eine Passantin nach dem Weg.

Großvater (verwirrt): Sagen Sie mal, wo geht’s denn noch mal zum Café?

Passantin: Also da müssen Sie weiter geradeaus und dann am vierten Stein nach rechts.

Großvater: Aha!

Großmutter: Dankeschön!

Großvater (zur Enkelin, die zurückgefallen ist und mit ihrem Holo-Handy daddelt): Los, Kleine, wir gehen weiter!

Tiffany (missmutig): O nö! Ich möchte lieber mit meinen Freunden telefonieren!

Großvater: Ach damals war die Jugend noch ganz anders – nicht so verwöhnt und verweichlicht.

Tiffany (verächtlich): Ja damals, damals, damals!

Die drei gehen weiter und kehren in das Café ein. An einem der dreieckigen Tische mit schwebenden Sesseln werden sie von einem Roboter bedient.

Großvater (zum Roboter): Roboter, bring uns bitte eine Kanne Wasser und was Süßes zu essen! Aber schnell!

Tiffany: I, Wasser! So was trink ich gar nicht.

Großvater: Ach hab dich nicht so! Wie war’s denn in der Schule heute? Ihr werdet von Robotern beschult, nicht wahr?

Tiffany: Langweilig! Die Roboter sind alle blöd.

Großvater: Ach damals in Berlin war das noch ganz anders. Da hatten wir uralte Lehrer, die uns unterrichtet…

Tiffany (ins Wort fallend): Damals in Berlin, das war’n doch Mumien, die da rumliefen! Wie du…

Großvater: Naja, übertreib nicht immer! Ich bin mit meinen knackigen 140 Jahren doch immer noch stramm dabei, dank der Technik!

Der Roboter bringt die Bestellung.

Großvater: Dankeschön, Roboter!

Tiffany: Wann bekomm ich endlich das neue iPad?

Großvater: Jaja, das kauf ich dir auch noch, später. – Nur am Rummeckern! Du weißt das schöne Bunkerleben gar nicht zu schätzen.

Tiffany: Mit euch alten Säcken herumzuhängen, das ist nicht schön!

Großvater: Na dann, lasst’s euch schmecken!

Die drei genießen ihre vegane, zuckerfreie Mousse au Chocolat mit einer synthetischen Rumnote.


3. Akt: Vor einem Eingang in die Unterwelt

 Handelnde Personen:  

  • Jackson  
  • Josef  
  • Marie  
  • zwei Kampfroboter  

Unterdessen erreichen die drei, die in Richtung der Unterwelteingänge aufgebrochen waren, das sagenumwobene Gebiet.

Jackson: Seid ihr bereit? Ich glaub, dahinten kommt ein Sandsturm. Wir brauchen unsere Masken! (alle setzen ihre Maske auf) Schaut, wir müssen uns nur diesem Berg nähern. Da sehe ich schon den Eingang. Und ich erkenne kein Schwarzes Loch! Ihr etwa?

Josef: Nein!

Marie: Nee!

Jackson: Wir können es schaffen!

Josef: Ja, lasst uns an den Eingang heranschleichen!

Jackson: Langsam, vorsichtig!

Josef (panisch): Seht, dahinten! (weist auf zwei bewaffnete Roboter, die plötzlich aus dem Dunkel des Eingangs erscheinen) Beeilt euch!

Zwei Kampfroboter eröffnen das Feuer auf die drei. Von einer Maschinengewehrsalve niedergestreckt vernimmt man die letzten Worte des Anführers.

Jackson (ächzend): Diese Eingänge, ja die Unterwelt bleibt also ein Mythos…

Schwer verletzt schleppen sich die anderen beiden ein paar Meter weiter, bevor die Roboter ohne Gnade eine zweite Salve abfeuern.

Josef: Marie!

Marie: Nein…

Dann senkt sich Totenstille über die Erde.