Mit ’m Chip mischst du mit!

Zeitreise-Bericht der Klasse 9a an den CJD Christophorusschulen Droyßig vom 19. bis 20. Juli 2021

Deutschland im Jahr 2040

Seit Einführung von Robotern in den Arbeitsmarkt geht es mit der Entwicklung des Staates bergab. Immer mehr Menschen werden durch Roboter ersetzt und verlieren ihren Job. Besonders eklatant ist dies im Sozialbereich, weil z.B. in Kindergärten oder Pflegeeinrichtungen Roboter klassische menschliche Tätigkeiten übernehmen.

Die Reichen, welche die Unternehmen führen, leben im Wohlstand. Sie genießen die bestmögliche Schulbildung und medizinische Versorgung. Die Armen leben jedoch in Slums, die von Kriminalität geprägt sind. Auch finden dort zahlreiche Demonstrationen gegen die Macht statt.

Die Politik hat vor einigen Jahren versagt und die Menschen sind komplett unzufrieden. Die Armen bekommen keine staatliche Unterstützung, da die Steuereinnahmen für derartige Hilfen zu gering sind. Die niedrigen Steuern begründet die Regierung mit der Angst vor dem Wegzug von Unternehmen. Das Land soll ein Industriestaat bleiben oder zumindest einen großen technischen Fortschritt aufweisen. Dies führt dazu, dass der Unterschied zwischen Arm und Reich immer größer wird und verschiedene Wohnviertel für die zwei Klassen entstehen, welche zuletzt sogar durch eine Mauer getrennt werden.

Die Technologie hat sich zwar sehr weit entwickelt, aber von dieser profitieren fast nur die Reichen, während die Armen sie sich nicht leisten können. Die Reichen besitzen etwa fliegende Autos, die Menschen in den Slums dagegen die Technik aus den 2030er Jahren.

Die Lage verschlechtert sich weiter.



Eine Szene, die sich im Jahre 2040 zugetragen hat…

1. Akt: Am Lagerfeuer

 Handelnde Personen:  

  • Sieben arme Personen  

Im Armenviertel haben sich einige Bürger um ein Lagerfeuer versammelt und beschweren sich über ihre Lage und die Politik.

1. Person: Mich nervt die ganze Sache mit der Mauer!

2. Person: Ich find es einfach ungeheuerlich, dass die uns da nicht rein und hier draußen im Stich lassen.

3. Person: Die Politiker vernachlässigen uns einfach. Die stehen immer oben auf der Mauer und reden Schwachsinn.

4. Person: Nicht mal der Präsident setzt sich für uns ein.

5. Person: Und die reichen Leute erst! Die wollen rein gar nichts mit uns zu tun haben.

6. Person: Hauptsache, den geht´s da oben gut!

7. Person: Is´ so! Die haben die neueste Technik und wir so ´n Nokia von 1940.

1. Person: Jungs, ich hab ´n Plan. Morgen um 14 Uhr gehen wir zur Mauer. Da hält ja der Präsident eine Rede und wir stürzen ihn!

2. Person: Das ist ´ne super Idee!

3. Person: Aber ich kann da leider nicht auftauchen, ich muss wieder irgend ´nen Job zum Überleben finden!

4. Person: Und ich hab´ gerade erst einen gefunden. Aber ich schaue mir das in den Nachrichten an.

5.+6 Person: Gut, wir kommen mit!

7. Person: Ich auch und bringe noch jemanden mit.

1. Person: Alles klar! Also bis morgen um 14 Uhr an der Mauer!

Die sieben zerstreuen sich in verschiedene Richtungen.


2. Akt: Auf einer Demonstration

 Handelnde Personen:  

  • Drei Demonstranten  
  • Präsident  
  • Reiche Person  
  • Zwei Polizisten  

Drei Demonstranten demonstrieren an der Mauer, auf welcher der Präsident, begleitet von einigen reichen Bürgern, eine Rede halten will.

Drei Demonstranten (laut): Nieder mit der Mauer! Nieder mit der Mauer! Nieder mit der Mauer!

Reiche Person (zum Präsidenten): Oh, guck mal, die machen ´nen Aufstand!

1. Demonstrant (leise zum zweiten): Morgen sind wir auch da drüben, in der Reichenwelt!

Präsident: Ich bitte um Ruhe! Ich und meine Regierungsmitarbeiter, wir wissen, dass es euch extrem scheiße geht!

2. Demonstrant: Nein, Lüge!

Reiche Person (zum Präsidenten): Gib´s ihnen! Gib´s ihnen!

Präsident: Aber wir hier oben, wir haben das selbst geschafft. Wir haben uns unseren Reichtum selbst erarbeitet.

3. Demonstrant: Hätten wir Roboter, dann hätten wir´s auch geschafft!

Präsident: Es ist offensichtlich, dass es euer eigener Fehler ist. Weil ihr einfach zu dumm seid, euch hochzuarbeiten.

Reiche Person (lauthals): Genau, ihr seid zu doof!

Präsident: Wir werden euch niemals zu uns hereinlassen! Ihr werdet da draußen verrotten, wenn ihr so weiter macht.

Reiche Person (verächtlich zu den Armen): Hier, fresst mein Kleingeld!

1. Demonstrant (aufgebracht): Diese arroganten…

Zwei Polizisten schlagen auf die Demonstranten ein.

1. Polizist: Verschwindet von hier!

Die Demonstranten weichen.

2. Demonstrant (ruft beim Fliehen): Nieder mit der Mauer!


3. Akt: In einer Bar

 Handelnde Personen:  

  • Fünf reiche Personen  
  • Zwei Roboter  

Fünf Reiche sitzen in einer gemütlichen Bar und unterhalten sich ausgelassen.

1. Reicher: Wie geht´s eigentlich deinem Plattenlabel, Chef?

2. Reicher: Ich hab´ das erst seit ´ner Woche, bin jetzt aber schon der Drittreichste in der Stadt. Kurz zuvor hatte ich noch demonstriert, wie unnötig!

3. Reicher: Hatte ich nicht noch zu euch Demonstranten gesagt, dass ihr sterben sollt? Und siehst du, jetzt bist du der Drittreichste hier!

4. Reicher: Das sollten wir gehörig feiern!

5. Reicher (zum Kellnerroboter): Robo, komm mal her! (ruft zu allen) Eine Runde für alle!

1. Roboter: Hier bitte, Ihre Runde!

5. Reicher (leise zum zweiten): Du hast doch ´n Plattenlabel. Ich kenn da ´n paar Leute, die haben Potential. Kannst du dir die mal angucken?

2. Reicher: Klar, kann ich machen!

5. Reicher: Hey, hört sich gut an!

3. Reicher: Robo, noch eine Runde!

Der zweite Roboter bringt die Drinks.

3. Reicher: Ich find diese Roboter einfach klasse! Die sind viel besser als diese armen Lappen, die nur rumlaufen und ihren Job nicht richtig machen.

4. Reicher: Ja ehrlich! Nach 10 Stunden Arbeit machen die schon schlapp!

3. Reicher: Und die Robos verlangen nicht mal Trinkgeld! Die verlangen von dir deine 1.000 Euro, die du so am Tag ausgibst, und damit bist du durch. (einen Roboter rufend) Wir hätten gern die Rechnung!

2. Reicher: Lass, ich bezahl´!

1. Reicher: Aber Leute! Was wäre, wenn so ein Roboter mal gegen uns ist und sich mit den Armen verbündet?

2. Roboter (mit blecherner Stimme): Macht dann 8.000 Euro!

2. Reicher: Ja hier, mein Chip!

Der Roboter versucht den Chip im Arm des Gastes zu scannen.

1. Roboter: Nicht erkannt!

2. Reicher (auf den Chip in seinem Arm schlagend): Dummer Chip, Digga!

1. Roboter: Erkannt!

3. Reicher (zum zweiten): Was hast du ´n für ´n blöden Chip? Ich würde mir nie so was einpflanzen!

4. Reicher: Ja und wer weiß, was für Nebenwirkungen dieses Ding haben kann!

1. Reicher: Nun, wir arbeiten schon an einer neuen Technologie. Wir sind schon an der nächsten Generation dieser Chips dran. Die sollen nicht mehr verrutschen…

3. Reicher: Na ja, ich sag ja immer, Arbeiten ist was für Loser! Ich hab´ einfach alles geerbt. Ich kann gar nichts, aber reich bin ich trotzdem!

Alle lachen, vom Alkohol aufgeheitert.


Lektorat: sb